Die Spekulationen darüber, dass der künftige US-Präsident Donald Trump ein Gesetz zur Einrichtung einer Bitcoin-Reserve genehmigen könnte, haben Diskussionen entfacht, ob dies einen Krypto-Superzyklus auslösen könnte. Zudem planen Berichte mehrerer Länder, darunter Deutschland, Russland und Thailand, eigene Bitcoin-Reserven zu schaffen. Könnte eine weltweite staatliche Akzeptanz von Bitcoin den 4-Jahres-Boom-Bust-Zyklus beenden, der bisher vor allem auf das Bitcoin-Halving zurückzuführen ist?
Iliya Kalcheve, Analyst bei Nexo, erklärt, dass die Verabschiedung des Bitcoin Reserve Act, die von der republikanischen Senatorin Cynthia Lummis eingebracht wurde, ein bedeutender Schritt sei. Viele Länder könnten Bitcoin dann als legitimes Finanzinstrument erkennen.
Der Gesetzesentwurf, der Anfang dieses Jahres vorgestellt wurde, sieht vor, dass die US-Regierung innerhalb von fünf Jahren eine Million Bitcoin in ihre Staatskasse aufnimmt. Die gekauften Münzen sollen für mindestens 20 Jahre aufbewahrt werden.
Wird Trump eine Executive Order zur Einrichtung einer Bitcoin-Reserve erlassen?
Während einige Analysten glauben, dass die US-Regierung erst nach der Verabschiedung des Gesetzentwurfs Bitcoin kaufen wird, vermuten andere, dass Trump bereits am ersten Tag seiner Amtszeit eine Executive Order unterzeichnen, um BTC-Käufe zu ermöglichen. Jack Mallers, Gründer von Strike, und Dennis Porter, Gründer des Satoshi Act Fund, der sich für Pro-Krypto-Politik einsetzt, sind davon überzeugt, dass Trump diesen Weg prüfen könnte.
Obwohl Trump die Gerüchte über eine Executive Order bisher nicht direkt bestätigt hat, sagte er Anfang des Monats einem CNBC-Journalisten, dass seine Regierung definitiv eine Bitcoin-Reserve schaffen werde.
Es ist jedoch zu beachten, dass Executive Orders keine dauerhafte Stabilität bieten, da sie von nachfolgenden US-Präsidenten widerrufen werden können. Ein gesetzlicher Rahmen wäre der einzige Weg, um sicherzustellen, dass die Bitcoin-Reserve von künftigen Regierungen beibehalten wird. Glücklicherweise kontrolliert Trumps Republikanische Partei den Kongress, was die Verabschiedung des Lummis-Gesetzentwurfs erleichtert.
Warum der Gründer von Asgard Markets glaubte, dass dieser Zyklus anders ist
Alex Kruger, Gründer von Asgard Markets, äußerte sich in dieser Woche optimistisch über die Zukunft von Bitcoin und verglich die nächste Rallye mit der Goldpreis-Explosion in den 1970er Jahren. Als der ehemalige Präsident Richard Nixon 1971 den Goldstandard einführte, stieg der Goldpreis eines Jahrzehnts von 34 auf 850 US-Dollar pro Unze. Kruger ist überzeugt, dass Bitcoin ab dem nächsten Jahr eine ähnliche Entwicklung durchlaufen könnte.
Obwohl er eine mögliche Baisse nicht ausschließt, glaubte er, dass dieser Zyklus anders ist, insbesondere angesichts der bevorstehenden pro-kryptofreundlichen US-Regierung.
Trumps bisherige Handlungen seit seinem Wahlsieg deuten darauf hin, dass seine Regierung ein Umfeld schaffen wird, das die Krypto-Branche fördert. Beispielsweise hat er Paul Atkins, einen bekannten Krypto-Befürworter, als Nachfolger des amtierenden SEC-Vorsitzenden Gary Gensler nominiert. Zudem hat er Scott Besset, einen weiteren Bitcoin-Befürworter, als nächsten US-Finanzminister ausgewählt. Außerdem wird David Sacks, der frühere COO von PayPal, als Beauftragter für Krypto und Künstliche Intelligenz tätig sein, um umfassende Rahmenbedingungen für Blockchain- und KI-Technologien zu entwickeln.
Ist der Krypto-Superzyklus ein Mythos?
Der Begriff „Dieser Krypto-Zyklus ist anders“ ist nicht neu. In den vergangenen Bullenmärkten wurde er mehrfach verwendet, wobei institutionelle und Mainstream-Adoption als Hauptgründe genannt wurden.
Während des Bullenzyklus 2013-2014 argumentierten Analysten, dass Bitcoin weltweit als die beste Alternative zu Fiatwährungen anerkannt werden würde. In der darauffolgenden Phase 2017–2018 dachten viele, dass die aggressiven Preissteigerungen auf eine zunehmende institutionelle Akzeptanz hinweisen würden, was sich jedoch als falsch herausstellte. Auch im Bullenmarkt 2020-2021 sorgte die Teilnahme von Technologieunternehmen wie Tesla und MicroStrategy für große Hoffnungen, dass andere Firmen folgen würden, um die Rallye zu unterstützen. Doch auch dieses Mal brach der Markt ein, und Bitcoin sowie andere digitale Assets gerieten in eine anhaltende Baisse.
Dennoch sind viele Analysten zuversichtlich, dass die kommende US-Regierung ein positives Umfeld schaffen wird, das den laufenden Bullenmarkt verlängern könnte.
Die mögliche Zukunft von Bitcoin
Sollten die Verabschiedung des Bitcoin Reserve Act und Trumps Pläne zur Einrichtung einer Bitcoin-Reserve Realität werden, könnte dies nicht nur die Nachfrage nach Bitcoin steigern, sondern auch dessen Rolle als globales Finanzinstrument stärken. Ob dies jedoch tatsächlich der traditionelle 4-Jahres-Zyklus beendet ist, bleibt abzuwarten. Klar ist jedoch, dass Bitcoin immer stärker ins Zentrum globaler Finanzstrategien rückt.
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